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Basislabor

Quick

Synonym: Thromboplastinzeit; TPZ
Anforderungskürzel: TPZ

Referenzbereich

  • 70,0 - 130 %

Material

  • 3 ml Citrat-Blut (für gesamten Basis-Gerinnungsstatus)

Haltbarkeit der Proben

  • Nachforderungen nur am Tag des Probeneingangs möglich

Probenstabilität

  • im gefrorenen Citratplasma 28 Tage bei -20°C

Methodik

  • Koagulometrie (KOAG)

Physiologie / klinische Bedeutung

Der Quick-Wert ist nach dem Erstbeschreiber der Methode, A. Quick, benannt. Der Quick-Wert wird beeinflusst durch die Faktoren des Prothrombin­komplexes FII, VII, X und FV sowie erheblicher Fibrinogenverminde­rung. Bei den hereditären Mangelzu­ständen ist der FVII-Mangel in unserer Bevölkerung die häufigste Ursache. Zumeist liegt jedoch eine erworbene Störung vor: Lebersynthesestörung, Vitamin K-Mangel des Neugeborenen bzw. alimentär, Einnahme oraler Antikoagulantien (cave: eventuell in suizidaler Absicht!). Bei einem pathologischen Testausfall kann es sich um eine angeborene oder erworbene Verminderung von Gerinnungsfaktoren handeln.

Indikationen zur Bestimmung des Quick-Wertes sind:

  • Vitamin K-Mangel
  • Therapie mit Vitamin K-Αntagonisten (Marcumar, Warfarin, Sintrom)
  • Verminderte Lebersyntheseleistung (akute und chronische Hepatitis; Leberzirrhose)
  • Angeborener Mangel eines oder mehrerer Faktoren des Prothrombin-Komplexes (FII, VII, X) bzw. FV
  • Verbrauchskoagulopathie
  • Αbklärung einer Blutungsneigung

Methodische und patientenbezogene Angaben

Therapiekontrolle der oralen Anti­koagulation.

INR: Die Angabe des Quick-Werts in Prozent für Patienten unter oraler Antikoagulation ist nicht mehr empfehlens­wert, da sie methodische Unterschiede nicht berücksichtigt (unterschiedliche Messverfahren, Reagenzien und Geräte), woraus unterschied­liche Ziel-Bereiche für den Quick-Wert resultieren. Deshalb wurde weltweit der INR-Wert (INR = International Normalisierte Ratio) als Maß für die Antikoagulation eingeführt, um die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Laboren zu gewähr­leisten. Er gleicht über einen Korrekturfaktor (ISI-Wert) die laborspezifischen Unterschiede weitgehend aus.
Achtung: Die INR gilt nur für Patienten in der stabilen Phase der oralen Antikoagulation. Bei Marcumartherapie Medikamenten­interaktionen (insbesondere Antibiotika) und den Einfluss Vitamin K-haltiger Nahrungsmittel beachten, insbesondere alle Kohlsorten und grünes Gemüse, rohes Sauerkraut, rohes Gemüse, rohes Fleisch, Salat, rohe Karotten, Erdbeeren, Schokolade und Tomaten.

Blutentnahme mit Citrat-Monovette bzw. Citrat-Vacutainer. Bei korrekter Abnahme beträgt das Mischungsverhältnis 1 : 10.

  • Mit Kolben nur soviel Unterdruck erzeugen, dass Blut frei läuft. Röhrchen bis Markierung füllen (Mischungsverhältnis!).
  • Blut durch mehrmaliges Kippen "über Kopf" mit dem Citrat mischen, nicht schütteln!
  • Barcode-Etikett aus dem Labor-Etikettensatz auf das Röhrchen aufkleben bzw. Name, Vorname, Geburtsdatum, Entnahmedatum und Uhrzeit auf das Röhrchen schreiben.
  • Bis zum Probentransport bei Raumtemperatur aufbewahren.

Für Proben, die nicht am Blutentnahmetag im Labor eintreffen, muss in jedem Falle Citratplasma gewonnen werden. Versand von Citratplasma immer gefroren.

Akkreditierung / Fremdleistung

  • Akkreditiertes Verfahren

Ansatzzeiten

  • täglich (an Werktagen)
Bearbeitungsdatum: 26.01.2022
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