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Basislabor

Fibrinogen

Synonym: Fibrinogen-Aktivität
Anforderungskürzel: FIB

Referenzbereich

  • 200 - 393 mg/dl

Material

  • 3 ml Citrat-Blut (für gesamten Basis-Gerinnungsstatus)

Haltbarkeit der Proben

  • Nachforderungen nur am Tag des Probeneingangs möglich

Probenstabilität

  • im gefrorenen Citratplasma 28 Tage bei -20°C

Methodik

  • Koagulometrie (KOAG)

Physiologie / klinische Bedeutung

Der angeborene Fibrinogenmangel ist selten. Die kongenitale Afibrino­genämie bzw. Hypofibrinogenämie ist mit einer schweren Blutungsneigung asso­ziiert. Häufiger sind die sogenannten Dysfibrino­genämien, bei denen eine normale immunologische Konzentration mit verminderter Aktivität vorliegt. Hier sind verschie­dene Varianten beschrieben worden, die zum Teil mit einer Blutungs­neigung, überwiegend jedoch mit einer Thrombose- bzw. Abortneigung assoziiert sind.
Der erworbene Fibrinogenmangel wird beobachtet als Folge verminderter Synthese (Leberfunktionsstörung), vermehrten Verbrauchs (z. B. Verbrauchskoagulopathie, Fibrinolysetherapie, Chemotherapie, Hyperfibrinolyse) oder vermehrten Verlusts (z. B. Aszites, ausgedehnte Wundflächen bei z. B. Brandwunden, Verlustkoagulopathie, Lipidapherese). Langfristig erhöhte Fibrinogenwerte werden als weiterer Risikofaktor für thromboembolische Ereignisse angesehen. Dies bezieht sich auf Patientenkollektive und ist für den individuellen Patienten als Risikoabschätzung nicht sicher möglich. Eine therapeutische Beeinflussung ist nicht möglich. Das Fibrinogen ist ein Akut-Phase-Protein und kann daher durch eine Vielzahl von Faktoren erhöht sein: chronische Entzündungen, postoperativ, frische Thrombosen, Neoplasien, unter Einnahme oraler Kontrazeptiva. In der Schwangerschaft wie auch mit zunehmendem Alter steigt das Fibrinogen physiologischer­weise an.

Die Analyse eignet sich als präoperatives Screening zur Erfassung bzw. zum Αusschluss einer Blutungsneigung bei Verdacht auf Hypo- / Dysfibrinogenämie.
Man benutzt sie auch zur Therapieüberwachung bzw. Steuerung bei fibrinolytischer Behandlung.

Bei Akut-Phase-Reaktionen kann Fibrinogen bis über den dreifachen oberen Referenzwert ansteigen!

Methodische und patientenbezogene Angaben

Blutentnahme mit Citrat-Monovette bzw. Citrat-Vacutainer. Bei korrekter Abnahme beträgt das Mischungsverhältnis 1 : 10.

  • Mit Kolben nur soviel Unterdruck erzeugen, dass Blut frei läuft. Röhrchen bis Markierung füllen (Mischungsverhältnis!).
  • Blut durch mehrmaliges Kippen "über Kopf" mit dem Citrat mischen, nicht schütteln!
  • Barcode-Etikett aus dem Labor-Etikettensatz auf das Röhrchen aufkleben bzw. Name, Vorname, Geburtsdatum, Entnahmedatum und Uhrzeit auf das Röhrchen schreiben.
  • Bis zum Probentransport bei Raumtemperatur aufbewahren.

Für Proben, die nicht am Blutentnahmetag im Labor eintreffen, muss in jedem Falle Citratplasma gewonnen werden. Versand von Citratplasma immer gefroren.

Akkreditierung / Fremdleistung

  • Akkreditiertes Verfahren

Ansatzzeiten

  • täglich (an Werktagen)
Bearbeitungsdatum: 04.02.2022
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