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Basislabor

C-reaktives Protein

Synonym: CRP
Anforderungskürzel: CRP

Referenzbereich

  • < 5,0 mg/l

Material

  • 1,0 ml Serum

Methodik

  • Partikel verstärkter immunologischer Trübungstest

Physiologie / klinische Bedeutung

C-reaktives Protein ist das klassische Akute-Phase-Protein bei entzündlichen Reaktionen. Es wird in der Leber synthetisiert und besteht aus fünf identischen Polypeptidketten. CRP ist der empfindlichste aller Akute-Phase-Reaktanten und seine Konzentration steigt im Verlauf inflammatorischer Prozesse sehr schnell an. Komplexiertes CRP aktiviert das Komplement-System, beginnend bei C1q. CRP initiiert dann die Opsonierung und Phagozytose eingedrungener Zellen, aber seine Hauptaufgabe liegt in der Bindung und Detoxikation von endogenen toxischen Substanzen aus Gewebeschädigungen.

CRP-Messungen dienen

  • zum Nachweis systemischer inflammatorischer Prozesse (ausgenommen sind gewisse Arten von Entzündungen wie z. B. SLE und Colitis ulzerosa)
  • zur Einschätzung der Behandlung bakterieller Infektionen mit Antibiotika
  • zum Nachweis intrauteriner Infektionen mit einhergehendem vorzeitigem Blasensprung
  • zur Differenzierung zwischen aktiven und inaktiven Krankheitsformen mit einhergehenden Infektionen, z. B. Patienten mit SLE oder Colitis ulzerosa
  • zur therapeutischen Überwachung rheumatischer Erkrankungen und Einschätzung anti-inflammatorischer Therapien
  • zur Bestimmung post-operativer Komplikationen in einem frühen Stadium, z. B. infizierte Wunden, Thrombose oder Lungenentzündung, sowie
  • zur Unterscheidung zwischen Infektionen und der Abstoßung von Knochenmarkstransplantaten

In jüngster Zeit wurden sensitive CRP-Messungen zur Früherkennung von Infektionen in der Kinderheilkunde sowie zur Einschätzung des Vorhersagerisikos koronarer Herzkrankheiten verwendet und diskutiert. Mehreren Studien zufolge kann die hoch sensitive CRP-Messung als Marker zur Risikovorhersage einer koronaren Herzkrankheit bei augenscheinlich gesunden Personen und als Indikator einer Rezidivprognose verwendet werden. Erhöhte CRP-Werte sind nicht spezifisch und sollten nicht ohne komplette klinische Anamnese interpretiert werden.
Die American Heart Association und die Centers for Disease Control and Prevention empfahlen wiederholt die Verwendung von hoch sensitivem C-reaktiven Protein (hsCRP) bei der Abschätzung eines kardiovaskulären Risikos.
Tests zur Risikoabschätzung sollten nicht während einer Infektion, systemischen Entzündung oder bei Trauma durchgeführt werden. Patienten mit anhaltenden hsCRP-Spiegeln über 10 mg/L (95,2 nmol/L), die nicht erklärt werden können, sollten auf Ätiologien anderen Ursprungs hin untersucht werden. Werden die hsCRP-Werte zur Risikoabschätzung einer koronaren Herzkrankheit herangezogen, sind die Messungen bei Stoffwechsel-stabilen Patienten durchzuführen und mit vorherigen Werten zu vergleichen. Für die Risikoabschätzung sind die CRP-Bestimmungen optimalerweise nach zwei Wochen zu wiederholen und die durchschnittlichen hsCRP-Werte zu verwenden. Ein Screening der gesamten erwachsenen Bevölkerung auf hsCRP ist nicht empfehlenswert. Ebensowenig kann hsCRP die Bestimmung traditioneller kardiovaskulärer Risikofaktoren ersetzen. Bei einem akuten koronaren Syndrom sollten therapeutische Maßnahmen nicht nur auf die hsCRP-Bestimmung allein gestützt werden. Ebenso ist die Anwendung von sekundären Präventivmaßnahmen auf eine globale Risikoabschätzung zu stützen und nicht nur auf hsCRP-Messungen. Serienmessungen von hsCRP sollten nicht zur Überwachung der Behandlung eingesetzt werden.

Methodische und patientenbezogene Angaben

Blutentnahme mit Serum-Monovette bzw. Serum-Vacutainer. Nach Abschluss der Gerinnung Serum abpipettieren, in ein steriles Probengefäß überführen und ins Labor senden.

Umrechnungsfaktor

  • mg/l x 0,1 = mg/dl
  • mg/dl x 10 = mg/l
  • mg/l x 9,52 = nmol/l
  • mg/dl x 95,2 = nmol/l

Akkreditierung/Fremdleistung

Akkreditiertes Prüfverfahren

Ansatzzeiten

täglich (an Werktagen)

Bearbeitungsdatum: 04.07.2019
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