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Klinische Funktionsteste

Laktose-Toleranztest

Synonym: Laktose-Belastungstest

Messparameter

  • Glukose

Testprinzip

  • Anstieg der Glukose nach Gabe von Laktose

Material

  • 1,0 ml NaF-Blut je Blutentnahme

Physiologie / klinische Bedeutung

Der Test wird zur Überprüfung der Aufnahmekapazität von Milchzucker durchgeführt. Fehlender Anstieg des Blutzuckers nach Laktosegabe und die Entwicklung von Symptomen zeigen eine Laktoseintoleranz an. Falsch negative Resultate können bei Patienten mit Diabetes mellitus oder bakterieller Fehlbesiedlung auftreten. Störungen der Magenentleerung beeinflussen das Ergebnis: schnelle Magenpassage führt zu höheren Blutzuckerwerten, langsame Passage zu niedrigeren Werten.

Bei Erwachsenen wird die Sensitivität des Testes mit 75 % und die Spezifität mit 96 % berichtet.

Methodische und patientenbezogene Angaben

Der Test sollte morgens nüchtern durchgeführt werden. Nach der Nüchtern-Blutentnahme sollten 50 g Laktose innerhalb von 5 Minuten getrunken werden. Die weiteren Blutentnahmen erfolgen eine und zwei Stunden nach Belastung.

Blutentnahmen und Versand mit NaF-Monovette bzw. NaF-Vacutainer. Bitte alle Proben mit dem Auftragsformular zusammen ins Labor senden.

Bei einer diabetischen Stoffwechsellage sollte der orale Laktose-Toleranztest nicht durchgeführt werden.

Störfaktoren, die die Laktosetoleranz beeinflussen können:

  • Störungen der Magenpassage
  • Bakterielle Fehlbesiedlung
  • Antibiotikatherapie

Interpretation

Ein Glukoseanstieg von weniger als 20 mg/dl (1,1 mmol/l) und die Entwicklung klinischer Symptome zeigen eine Laktoseintoleranz an.

Bearbeitungsdatum: 24.06.2019
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