Online-Leistungsverzeichnis

Menü schließen

Hormone

Luteinisierendes Hormon

Synonym: LH; Luteotropes Hormon
Anforderungskürzel: LH

Referenzbereich

Basale Werte: 
Frauen: 
Follikelphase:2,40 - 12,6 mIE/ml
Ovulationsphase:14,0 - 95,6 mIE/ml
Lutealphase:1,00 - 11,4 mIE/ml
Postmenopause:7,70 - 58,5 mIE/ml
Männer ≥ 25 Jahre:1,70 - 8,60 mIE/ml

siehe auch GnRH-Test

Material

  • 0,5 ml Serum

Methodik

  • ElektroChemiLumineszenzImmunoAssay (ECLIA)

Physiologie / klinische Bedeutung

Das Luteinisierende Hormon (LH) ist Produkt des Hypophysenvorderlappens und ein Glykoproteinhormon wie TSH, FSH und HCG. Es besteht aus einer Alpha- und einer Beta-Untereinheit. LH wird ebenso wie FSH pulsatil ausgeschüttet. Die Frequenz und Amplitude der LH-Impulse werden durch das hypothalamische Hormon GnRH gesteuert. In der Follikelreifungsphase erfolgen die Gonadotropinimpulse alle 90 Minuten, in der Lutealphase zwischen drei und sechs Stunden, je nach Dauer der Lutealphase (s. auch Progesteron).

Bei Frauen findet man erhöhte LH-Spiegel zusammen mit erhöhten (hypergonadotropen) FSH-Spiegeln im Klimakterium, der Postmenopause bzw. bei Vorliegen einer prämaturen Ovarialinsuffizienz (premature ovarian failure, POF) und bei allen anderen primären Störungen der Gonadenfunktion und -entwicklung (Gonadendysgenesie). Physiologischerweise steigt in der Zyklusmitte der LH-Spiegel als Folge der Follikelreifung akut an und löst nicht nur die Luteinisierung des Follikels und die Progesteronsynthese/-sekretion aus, sondern auch dessen ovulatorische Ruptur. LH ist das Luteotrope Hormon. Unmittelbar nach der Implantation wird seine luteotrope Funktion abgelöst durch HCG, dessen biologische Wirkung von der des LH kaum unterscheidbar ist. Hohe LH-Spiegel bei noch normalen FSH-Spiegeln und damit einen hohen LH-FSH-Quotienten findet man vielfach auch bei chronisch anovulatorischen Zyklen und bei der Oligomenorrhoe speziell bei Frauen, die ein polyzystisches Ovarsyndrom aufweisen. Niedrige bzw. unterhalb der Nachweisgrenze liegende LH-Spiegel findet man zusammen mit niedrigen oder nicht nachweisbaren FSH-Spiegeln und niedrigen Östrogenspiegeln bei Amenorrhoen hypothalamisch-hypophysärer Genese, insbesondere auch bei Anorexia nervosa, deutlichem Untergewicht, nach Hypophysenstielläsionen oder anderweitiger Zerstörung der Hypophyse. Bei Männern findet man hohe LH- und FSH-Spiegel bei niedrigen Testosteronwerten als Folge einer primären Schädigung des Hodengewebes. Niedrige bzw. nicht nachweisbare LH- (und FSH-) Spiegel findet man bei hypothalamisch-hypophysären Ursachen des männlichen Hypogonadismus.

Frauen: Sterilitätsdiagnostik und Beurteilung von Zyklusstörungen

Primäre Ovarialinsuffizienz, prämature Ovarialinsuffizienz (POF), präovulatorischer Gonadotropinanstieg, PCO-Syndrom
Cushing-Syndrom bei Nebennierentumoren (NNR-Adenome, NNR-Karzinome)

Männer: Diagnose eines primären oder sekundären Hypogonadismus

Bei primärem Hypogonadismus, Anorchie, Kastration, Klinefelter-Syndrom
Bei sekundärem Hypogonadismus (hypophysäre Störung, Östrogentherapie, Leberzirrhose)

Methodische und patientenbezogene Angaben

Medikamente, die die Hypothalamus-Hypophysen-Ovarachse supprimieren, wie z. B. Ovulationshemmer oder GnRH-Analoga, blockieren auch die LH-Synthese und -Sekretion.

Zur weiteren Abklärung niedriger LH- (und FSH-) Spiegel eignet sich in bestimmten Fällen der GnRH-Test.

Der Zeitpunkt der Bestimmung von LH hängt von der klinischen Fragestellung ab. Bei Zyklusstörungen, aber noch vorhandener Menstruation sollte die LH-Bestimmung zusammen mit der von FSH zwischen Tag 1 und 5 im Rahmen der Primärdiagnostik der gestörten Ovarfunktion erfolgen. Bei der Frage nach der ovulatorischen Reaktion hängt der Zeitpunkt der LH-Bestimmung vom Grad der sonographisch und hormonal zu bestimmenden Follikelreifung ab. Die LH-Bestimmung erfolgt dann in der Zyklusmitte. Anhand des präovulatorischen LH-Anstiegs kann man den Zeitpunkt der Ovulation abschätzen.

Blutentnahme mit Serum-Monovette bzw. Serum-Vacutainer. Nach Abschluss der Gerinnung Serum abpipettieren, in ein steriles Probengefäß überführen und ins Labor senden.

Bei Patienten unter Therapie mit hohen Biotin-Dosen (> 5 mg/Tag) sollte die Probenentnahme mindestens 8 Stunden nach der letzten Applikation erfolgen.
In seltenen Einzelfällen können Störungen durch extrem hohe Titer von Antikörpern gegen Streptavidin sowie Ruthenium auftreten. Der LH-Test enthält Zusätze, die diese Einflüsse minimieren.
Wie bei allen Tests, die monoklonale Maus-Antikörper beinhalten, können Proben von Patienten, die mit monoklonalen Maus-Antikörpern therapiert wurden oder diese aus diagnostischen Gründen erhalten haben, falsche Ergebnisse aufweisen.

Akkreditierung/Fremdleistung

Akkreditiertes Prüfverfahren

Ansatzzeiten

täglich (an Werktagen)

Bearbeitungsdatum: 21.06.2019
Nach oben